… eine Anekdote

Als ich und meine Schwestern 1999 als Teenager unser erstes Pony anschafften, kam die Frau unseres Nachbarn, der Tierarzt war, zu meinen Eltern rüber, um sie davor zu warnen, das Pony im Frühling auf die fette Wiese zu stellen. Aus gutem Grund, denn Domino – ein zu diesem Zeitpunkt 12-jähriger Shetlandpony-Wallach – war beim Kauf wirklich unglaublich dick. Ich nahm diese Warnung sehr ernst.

Heute, 23 Jahre später, lebt Domino immer noch bei mir und erfreut sich bester Gesundheit. Hufrehe-Schübe: 0.

Domino hat viele Fehler meinerseits mitgemacht und auch verziehen. Es lief nicht immer alles perfekt. Aber ich hatte mich schon früh mit der Natur von Pferden beschäftigt und wusste:

Pferde sind Lauf- und keine Stehtiere!

Ich legte von Anfang an sehr viel Wert auf regelmässige Bewegung. Domino wurde zu Beginn als Kinderpony eingesetzt, später wurde er Bodenarbeits- und Fahrpony. Mit etwa 30 Jahren erlitt er eine Art neurologischen Anfall. Zum Glück erholte er sich binnen Tagen davon, aber wir wissen bis heute nicht, was das Problem war. Alles, was der Tierarzt im Blut finden konnte, war ein Zinkmangel… Das veranlasste mich, bei der Fütterung noch genauer hinzuschauen und mich in diesem Bereich weiterzubilden.

Pferde sind Raufuttersucher.
Pferde brauchen in der Regel keine Zusatzfuttermittel, Kräuter und Pülverchen, sondern eine ausgeglichene Versorgung an Nährstoffen.

Mittlerweile kann Domino kaum noch Heu verwerten. Er wird hauptsächlich von Heucobs ernährt. Trotzdem ist er noch der Chef der 6-köpfigen Herde. Er hat vor 10 Jahren eine Spat-Diagnose (osteolytisch, Zufallsbefund) erhalten und lebt sehr gut damit. Voraussetzung ist ein täglicher Spaziergang. Domino ist in einem Alter, in dem es jeden Tag bergab gehen kann mit der Gesundheit. Ich hoffe, dass dieser Tag noch sehr fern ist.

Fazit

Ratschläge können wirklich hilfreich sein. Aber man muss sie annehmen. Meistens sind sie gut gemeint, auch wenn in der heutigen Zeit eine Kultur der Kritikunfähigkeit, sowie des Pseudowissens herrscht. Nicht immer sind Ratschläge fundiert. Solche zu erkennen, ist oft schwer. Das zeigt ein Blick in die sozialen Medien, wo teilweise haarsträubende Tipps an Laien verteilt werden, verpackt in hübsche Fachsprache und mit einem vermeintlich wissenschaftlichen Anstrich.

Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, Pferdebesitzer darauf zu sensibilisieren.

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